Dieses Interview wurde aus dem Amerikanischen übersetzt. Das Original findest Du hier.
Doug Jones war fast 30 Jahre lang bei der Polizei an Kaliforniens Central Coast tätig, hat dort mit Spezialeinheiten zusammengearbeitet und ist später zur Flughafenpolizei gewechselt. Wenn er heute nicht im Dienst ist, läuft er 30 bis 50 Meilen pro Woche auf Trails, trainiert für seinen nächsten Ultra und baut ein Coaching-Business rund um dieselbe Disziplin auf, die auch seine Laufbahn geprägt hat.
Ultraläufer Doug Jones (links) mit seinen beiden Jungs.
Das hier ist der erste Teil einer Interviewreihe mit Tredict-Athleten und -Trainern aus aller Welt.
Ich habe Doug gebeten, von sich zu erzählen, wie er Tredict entdeckt hat und warum er es gerne unterstützt.
Erzähl uns etwas über Dich und darüber, welchen Platz das Laufen in Deinem Leben einnimmt.
„Nachdem ich bei einer Polizeibehörde an der Central Coast in Kalifornien aufgehört habe, wo es jeden Tag richtig zur Sache ging, arbeite ich jetzt bei einer Flughafenpolizei. Das gibt mir mehr Balance und die Zeit, mich intensiv den Dingen zu widmen, für die ich brenne. Fast 30 Jahre bei der Polizei, mit hohem Tempo in erstklassigen Spezialeinheiten, haben meinen Blick dafür geschärft, was funktioniert und was nicht.
Laufen ist für mich mehr als Sport. Es ist eine Disziplin, die ich mit Respekt ausübe und schütze, und die ich genauso ernst nehme wie die Arbeit, die meine Laufbahn bestimmt hat. Ich bin aktiver Ultraläufer und Wettkampfschütze. Momentan laufe ich 30 bis 50 Meilen pro Woche, und Anfang Oktober 2026 steht mein nächstes Rennen an. Gerade befinde ich mich im Endspurt meiner Trainingsphase dafür. Außerdem steige ich ins Mountainbiken ein und probiere mich am Triathlon, mein Radius im Ausdauersport wird also breiter."
Wie bist Du auf Tredict gestoßen und warum bist Du dabeigeblieben?
„Die meisten Plattformen versuchen, zu viel auf einmal zu machen, oder sind um einen einzelnen Gimmick herum gebaut. Tredict ist anders, und das wurde mir immer klarer, je länger ich es nutze. Ich verwende die App seit Mai 2026, und sie gehört inzwischen fest zu meinem Alltag, wenn es ums Trainieren, Protokollieren und Planen geht. Das sage ich nicht leichtfertig, ich gebe meinen Namen für nichts her, woran ich nicht glaube."
„Es gibt drei Gründe, warum ich wirklich an das glaube, was Du aufgebaut hast:
KI- und MCP-Server-Integration. Schon die Möglichkeit, Trainingspläne direkt zu erstellen und in meinen Kalender zu schieben, ist stark. Aber die MCP-Server-Integration zu nutzen, um meine Trainingsnotizen per Sprache über Claude AI aufzunehmen und nahtlos in Tredict zu übertragen, das mache ich nach jeder einzelnen Einheit. Dieser Workflow hat für mich wirklich viel verändert. Wenn ich davon erzähle, kommt das nicht aufgesetzt rüber.
Perfekt fürs Coaching. Während ich die Jones Performance Group aufbaue, ist die Coaching-Infrastruktur von Tredict genau das, was ich brauche, um meine Athleten zu betreuen, zu begleiten und weiterzuentwickeln, je mehr dazukommen. Das ist ein geplanter Bestandteil meiner Geschäftsstrategie, keine Nebensache.
Echte Plattformunabhängigkeit. Tredict gehört keinem Gerätehersteller, der Nutzer in ein geschlossenes Ökosystem lenkt. Diese Neutralität ist in diesem Bereich selten, und sie ist enorm wichtig für ernsthafte Athleten und Trainer, die unvoreingenommene Daten erwarten."
Du baust auch die Jones Performance Group auf. Was ist da der Plan?
„Ich baue die Jones Performance Group, kurz JPG, als Performance-Coaching-Unternehmen auf. JPG bietet Coaching, das auf den einzelnen Athleten zugeschnitten ist und auf einem bewährten Erfolgssystem basiert, umgesetzt über eine interaktive App und persönliches Coaching. Das Ganze befindet sich noch in einer frühen Phase. Die Coaching- und Planungs-Tools von Tredict sind dabei kein Nebenbestandteil, sondern ein geplanter, integrierter Baustein dafür, wie ich meine Athleten betreuen und das Ganze skalieren werde, wenn es wächst."
Wo siehst Du Dich in den nächsten Jahren?
„2026 dreht sich um 50-Meilen-Rennen. 2027 sind 100-Meilen-Wettkämpfe geplant. Und das große Ziel für 2028 sind Moab 240, Cocodona 250 und Rennen in dieser Größenordnung. Ich setze Erwartungen, keine Ziele. Die Richtung ist klar, und Tredict gehört dazu."
„Als Ausdauerläufer, der versucht, seinen Umfang im aeroben Bereich zu steigern, konzentriere ich mich seit einigen Monaten auf Training mit Herzfrequenz in niedriger Intensität. Am Anfang lag ich zum Beispiel bei etwa 11:15 min/Meile bei einer Herzfrequenz unter 135 BPM. Jetzt, nach dem Fokus auf diese Art von Training, bin ich bei ungefähr 9:45 min/Meile unter 135 BPM. Ich habe bei gleichbleibender Herzfrequenz also rund 1 Minute 30 Sekunden an Pace gewonnen. Anders gesagt: Ich kann schneller laufen und dabei gleich viel Energie aufwenden. Das steht in direktem Zusammenhang mit dem FTP, allerdings beim Vergleich bei 135 BPM, nicht bei maximaler Belastung. Es lässt sich durchaus auf den tatsächlichen FTP übertragen, denn meine dauerhaft haltbare Pace bei maximaler Leistung ist höher als noch vor drei Monaten. Das Training mit Herzfrequenz in niedriger Intensität hat aber einen direkteren Bezug zum Herzfrequenz-Pace-Faktor und zum Herzfrequenz-Leistung-Faktor, die die aerobe Entwicklung abbilden. Nach meinen jüngsten Werten sind das 8:17 min/Meile über konstant gelaufene 10 Meilen bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 150, also unterhalb meiner Schwellen-Herzfrequenz. Meine LTHR liegt gerade bei rund 153 BPM. Für die Planung meines 50-Meilen-Rennens tendiere ich daher zu folgendem Plan (unter Berücksichtigung von Höhenprofil und Verpflegungspunkten):"
| Rennabschnitt | Distanz | Zielpace | Abschnittszeit |
|---|---|---|---|
| Meile 1–30 | 30 Meilen | 10:30 min/Meile | 5 Stunden, 15 Minuten |
| Meile 30–45 | 15 Meilen | 11:30 min/Meile | 2 Stunden, 52 Minuten, 30 Sekunden |
| Meile 45–50 | 5 Meilen | 10:30 min/Meile | 52 Minuten, 30 Sekunden |
| Gesamt | 50 Meilen | 10:48 min/Meile Ø | 9 Stunden, 0 Minuten |
„Das Gesamtzeitziel liegt also bei etwa 9 bis 9,5 Stunden. Die Running Effectiveness (RE) ist eine weitere wichtige Kennzahl, über die ich gerade immer mehr lerne. Ich erfasse sie noch nicht gezielt, werde das aber bald tun."
„Das ist ein riesen Thema, nicht nur für Trainer, sondern auch für Athleten. Ich merke gerade, daß je nach Sportart andere Sportuhren Vorteile bieten. Ich will mir schon jetzt eine Coros-Sportuhr holen, die ihre Akkuleistung über eine Woche hält und richtig gute Brust- und Arm-Sensoren zur Überwachung von Herzfrequenz und Schlaf bietet. Ich überlege schon, mein Tracking zweigleisig zu fahren und zeitweise sowohl die Garmin als auch die Coros zu tragen, vor allem den Coros-Brustgurt. Daß Tredict diese Daten in mein Konto importieren kann, ergänzt meine Datenbasis und macht sie am Ende belastbarer, allein schon wegen der Genauigkeit. Für Trainer liegt es noch klarer auf der Hand: Verschiedene Athleten nutzen verschiedene Plattformen, und alle Daten einsehen zu können, ohne daß die Athleten eine bestimmte Marke tragen oder kaufen müssen, das ist enorm."
„JPG ist noch im Aufbau. Ich habe schon ein paar Athleten, mache das aber gerade nebenbei und eher für Freunde und Kollegen, die ihr Leben besser in Balance bringen und ihre Leistung optimieren wollen. JPG ist ganzheitliches Life-Coaching, da geht es also um Fitness, Ernährung, Schlaf und mentale wie auch spirituelle Gesundheit. Gerade baue ich eine ziemlich ausgefeilte App, die das Rückgrat des Programms werden soll. Das läuft gut, und ich sehe Tredict als den zentralen Dreh- und Angelpunkt, über den die Athleten ihr Fitness- und Schlaftracking aufsetzen. Sie können ein ähnliches KI-Modell einrichten wie ich und Tredict nutzen, um Pläne, gewünschte Ergebnisse und die Nachverfolgung ihrer Daten festzulegen. Es ist so nützlich, und als Nutzer weiß ich, wie sich ihre Daten in einen Plan für die Zukunft übersetzen lassen. Das Ziel ist, daß sie es auch nach Abschluß des Programms weiter nutzen."
Doug Jones, Gründer der Jones Performance Group.
„Ich nutze ein ziemlich umfangreiches KI-Netzwerk für viele Dinge. Ich habe zwar diese KI-Assistenten und würde sagen, daß ich mich in Sachen KI-Nutzung und -Wissen über dem Durchschnitt bewege, bin aber kein Informatiker, nutze KI allerdings durchaus zum Programmieren und so weiter. Zur Vorgeschichte: Ich habe schon vorher innerhalb von Claude ein KI-Projekt für Lauftraining und Trainingsplanung aufgesetzt. Das nutze ich seit etwa zwölf Monaten und habe meine anderen KI-Projekte damit verknüpft, die mit dem Laufen zu tun haben: das Medizinische (also frühere Verletzungen, Operationen und allgemeine Gesundheit), Ernährung und Nahrungsergänzung (ich habe eine sehr strikte Ernährung) und die festen Supplemente, die ich täglich nehme. Der Kontext meines Lauftraining-Projekts innerhalb von Claude ist also ziemlich umfangreich, und das LLM kennt mich als Person sehr genau.
Angefangen hat das Projekt im Grunde als Trainingsprotokoll. Am Anfang war es recht simpel, die einzigen Daten waren das, was ich jeden Tag händisch eingab: gelaufene Distanz, Zeit, Untergrund und so weiter. Ein paar Monate später kaufte ich mir eine Garmin Forerunner 970 Smartwatch. Das kam mir unglaublich vor, weil die Uhr jetzt selbst die Daten aufzeichnete, wenn ich lief oder irgendwie aktiv war. Im Wesentlichen holte ich mir die Werte aus Garmin Connect und trug sie dann manuell in Claude ein, indem ich die Daten direkt vom Connect-Bildschirm laut in Claude diktierte. Nach ein paar Wochen konnte Claude meine Daten vergleichen und gegenüberstellen, Prognosen erstellen und mir die Stärken und Schwächen in meinem Lauftraining aufzeigen. Aus diesen ausgewerteten Daten entstand die erste Version meines Lauftrainingsplans, auf Basis der Connect-Daten und ihrer Aufbereitung durch Claude.
Mir war klar, daß es einen besseren Weg geben mußte, um die Garmin-Connect-Daten mit Claude AI zu verbinden. Also fing ich an zu recherchieren. Im Mai dieses Jahres stieß ich dabei auf Tredict. Ich stellte fest, daß ich über den Tredict-MCP in Claude Tredict als Brücke nutzen konnte. Anfangs war ich noch voll auf Connect fixiert, es ging mir also um die Daten in Connect, und ich dachte wirklich, Tredict sei einfach nur die Brücke, um die Connect-Daten abzurufen und in meine Claude-KI zu holen.
Notizen in Tredict über Claude, im Fitnessstudio
Schon nach kurzer Zeit entdeckte ich, daß ich in Tredict Notizen schreiben konnte. Das waren Notizen zu bestimmten Aktivitäten, nicht an meinen Trainingsplan in Claude gekoppelt. Das war der Anfang des großen Aha-Moments, auch wenn ich ihn noch nicht ganz begriffen hatte. Ich hatte einen Trainingsplan in Claude, die Connect-Daten in Claude, gesprochene Notizen, die ich direkt in Claude eingab (entweder getippt oder per Sprache in einen Claude-Chat, der zu einer bestimmten Trainingseinheit gehörte), und jetzt außerdem einen zweiten Satz Notizen in Tredict, nach Datum und Aktivität abgelegt. Diese Einträge machte ich normalerweise, wenn ich vom Studio oder vom Lauf nach Hause kam, am Laptop in Claude und manchmal in Tredict. Mir ging es darum, die Notizen mit dem Trainingsplan in Claude zu synchronisieren, deshalb hatte ich die Tredict-Notizen anfangs gar nicht im Fokus, sondern nutzte sie nur zum Kopieren und Einfügen, um sie in Claude an den Trainingsplan anzugleichen. In der Zeit begann ich, mehr mit Tredict herumzuprobieren, weil ich versuchte, meinen Claude-Trainingsplan von Claude nach Tredict zu schieben. Es gelang mir, meinen Plan nach Tredict zu bekommen, aber ehrlich gesagt verstand ich noch nicht wirklich, was alles in Tredict steckt. Dann machte es eines Tages zufällig Klick. Ich war im Studio, unter Zeitdruck und mußte zur Arbeit, weil ein Einsatz anstand. Ich wußte, daß ich auf der Arbeit keine Zeit haben würde, meine Notizen einzugeben (mir ist es wichtig, die Notizen bald nach dem Training ins System zu bringen, weil Details wie Tempogefühl, Muskelkater und so weiter verloren gehen, wenn ich zu lange warte), also ... nahm ich mein Handy im Studio in die Hand, schweißtriefend auf dem Laufband stehend. Ich öffnete die Claude-AI-App auf dem Handy, ging in meinen Projektordner fürs Lauftraining und tippte auf die Spracheingabe. Ich gab Claude meine Notizen, und Claude fragte, ob ich sie nach Tredict schieben wolle. Ich sagte, klar, warum nicht (eigentlich wollte ich die Notizen nur in Claude haben, aber wenn sie nach Tredict gehen, ist das auch gut, dann kann ich sie später da abrufen und verschieben, wie ich will). Später stellte ich fest, daß die Notizen in Tredict gelandet waren, und zwar im Trainingsplan innerhalb von Tredict, den ich in Claude erstellt und rübergeschoben hatte. Da machte es richtig Klick: Warum nutze ich nicht einfach den Trainingsplan in Tredict und nehme Claude als Brücke, um die Infos reinzubekommen? Und die Tredict-Daten kann ich jederzeit von Claude auswerten lassen.
Kaum noch in Garmin Connect, fast nur noch Tredict
Ich verstehe jetzt, daß Connect der Ursprung der Daten ist. Aber ich lasse sie einfach in Tredict und arbeite von dort aus. Statt sie irgendwo anders hinzuschieben, zum Beispiel nach Claude, bleiben sie in Tredict (in Connect gehe ich kaum noch rein). Claude ziehe ich dann hinzu, wenn ich etwas Bestimmtes brauche, etwa die Auswertung eines ganzen Monats an Läufen, oder für Notizen, die weder in Connect noch in Tredict landen: Befinden, Verletzungen und so weiter.
Das ausgedruckte Nachschlagewerk, das zu meiner Tredict-Bibel wurde
Also stürzte ich mich richtig rein und versuchte, alles über Tredict zu lernen, was ging. Ich ließ mir von der KI ein Tredict-Briefing erstellen, um schnell einen Überblick zu bekommen. Das habe ich inzwischen zu meinem persönlichen Nachschlagewerk für die Funktionen und Vorteile von Tredict umgebaut (hier entdeckte ich den eigentlichen Wert von Tredict, und das gab auch den Anstoß für den Brief, den ich Dir geschrieben habe). Dieses Nachschlagewerk ist ausgedruckt und voller handschriftlicher Notizen. Wenn es um Tredict geht, ist es meine Bibel. Nicht falsch verstehen, aber ich will Deine Anleitungen trotzdem ausdrucken und mit meinem Nachschlagewerk abgleichen. Ich weiß als Athlet einfach, wie mein Lernstil funktioniert und wie ich eine neue Plattform lernen muß.
Ich lerne immer noch dazu. Tredict kann am Anfang komplex sein, aber genau das macht es auch so enorm wertvoll: all die Kennzahlen und Datenwerte. Inzwischen habe ich ein besseres Verständnis und nutze es jeden Tag. Sobald ich im Oktober mein 50-Meilen-Rennen hinter mir habe, werde ich meinen Trainingsplan überarbeiten und das Ganze mit mehr Tredict-Werten für tägliche Analysen und Vergleiche einrichten. Ich gehe in den letzten Monat meines Trainingszyklus vor dem Tapering, also läuft bei mir gerade alles auf Hochtouren. Ich habe großes Glück, daß ich in meinem regulären Job genug Freiräume habe für Projekte wie dieses. Und ich bin froh, daß ich Tredict gefunden habe, erst als Werkzeug, um mein KI-Setup zu vervollständigen, und jetzt als zentrale Ablage für all meine Daten, die nahtlos mit verschiedenen KI-Plattformen zusammenspielt."
Vielen Dank, Doug, und viel Erfolg mit JPG!
Doug ist erreichbar unter doug@jonesperformancegroup.org.
P.S. Doug erwähnt sein ausgedrucktes Nachschlagewerk. Wer Tredict ebenfalls lieber auf Papier lernt: Das Tredict-Benutzerhandbuch als PDF gibt es hier.